Das kreative Kind

An einigen Tagen fordert mir das Kind quasi alles ab, damit ich nicht irgendwann einfach den Stinkefinger zeige und brülle:

„Mach deinen Kack doch allein!“

Aber meistens bin ich so ein Fan vom Uiuiui Kind. Ich finde es bezaubernd, wundervoll und einzigartig. Ich gerate richtig ins Schwärmen. Deshalb sage ich auch, dass ich das Kind nach Strich und Faden verwöhne. Wirklich.

Es gibt ja verschiedene Arten des Verwöhnens. Einerseits dieses Verwöhnen mit Zuwendung und andererseits das Verwöhnen mit materiellen Gütern. Und ich schöpfe mit beiden Händen beides aus. Die ersten Jahre waren finanziell karg und jetzt lasse ich mich mitreißen von der Begeisterung des Kindes und gebe ständig mehr Geld für Spielzeug aus, als ich geplant habe. Ich kaufe mir selbst nach wie vor wenig, kaum das Nötigste. Wenn ich mir schon mal ein Buch kaufe, komme ich mir verwegen vor. Aber das Kind? Ach, komm! Warum nicht?

Ja, dass ist meiner Meinung nach nicht die Art des Verwöhnens, die zwingend nur toll ist. Mit Liebe und Zuwendung überschütten: Ja. Jedes Mal beim Einkaufen Spielzeug: Nein. Ich glaube es ist aber bei Menschen, die finanziell länger in einer prekären Lage waren, nicht selten so. Also gönne ich uns beiden dieses gemeinsame Schwelgen grade.

Ich möchte mal ein wenig erzählen davon, wie das Uiuiui Kind dieser Tage seine Persönlichkeit entfaltet. (Ich bin auch an einem Punkt angelangt, wo ich nicht mehr sicher bin, ob das Kind noch einverstanden ist, hier „das Kind“ zu sein. Weil es unpersönlich ist. Weil es sich mit einem Geschlecht identifiziert. Weil es nicht „das Kind“ sein möchte. Aber das entscheiden wir demnächst zusammen.)

Das Kind hat in näherer Zukunft Geburtstag. Da wir letztes Jahr wegen Krankheit und Erschöpfung den Geburtstag nicht richtig gefeiert haben und die Feier im Sommer nachholten, ging das Kind dieses mal frühzeitig in die Planung. So bitte dieses Jahr nicht! Dieses Jahr ein richtiger Geburtstag. Mit selbstgebackenen Torten, Deko und einer tollen Feier. Wir diskutierten aus, wo die Feier stattfinden soll und dann legte das Kind los.

Nach kurzer Recherche auf Pinterest entschied es sich für das Einladungskonzept „Feenstab“ in Sternform. Es fertigte eine Zeichnung an und erklärte mir, dass auf die Vorderseite vom Stern ein Schneemann komme, weil es ja im Winter Geburtstag hat. Wir kauften Bastelmaterial ein. Bei der Auswahl hatte ich beratende Funktion, das Kind entschied aber selbst. Zuhause wählten wir dann über Google Bildersuche eine Sternform aus. Ich druckte diese in der passenden Größe aus und das Kind schnitt die Vorlage aus und zeichnete mit etwas Unterstützung vom Hrn. Uiuiui den Umriss der Sternvorlage 6 mal auf den Tonkarton, schnitt die Sterne aus und radierte die Bleistiftumrisse weg. Und dann bastelte es fast ganz allein die Einladungen. Wir halfen nur ein wenig bei dem Kleber, auf Wunsch und nach präziser Anweisung vom Kind. Das Festkleben der Stohhalme übernahmen wir.

Ich finde das Endergebnis wirklich so toll, einfach wunderschön. Das Kind hat von uns im kreativen Prozess wirklich eher eine Art Assistenz bekommen, wir haben uns in die Gestaltungsprozesse gar nicht eingebracht. Ich finde sowohl das kreative Konzept, als auch die Ausführung so kompetent, ich weiß nicht, ob ich so eine schöne Einladung machen könnte. (Kurze Erinnerung an unsere Hochzeitseinladung… OK. Ich kann.)

Auch für weitere Belange der Feier hat das Kind sich alles genau überlegt. Etwa bastelt es Girlanden für alle Türen. Mir wurde en detail erklärt, was für einen Kuchen ich für die Kita backen und wie er dekoriert werden soll. Und ebenso bei der Torte für den Kindergeburtstag. Der vom Kind geplante Ablauf der Tage wird uns Eltern immer wieder und wieder eingebläut. Und demnächst muss ich noch mit dem Kind absprechen, was wir zur Feier in der Familie machen werden. Ich sehe schon vor mir, wie es weitere To-Do Listen diktiert.

Ich finde das alles: süß, toll, kreativ, detailreich, gut organisiert (für ein Kind, das erst 6 Jahre alt wird) und einfach nur begeisternd in jeder Hinsicht.

Die Einladungen kamen bei den Kindern in der Kita genauso gut an. Das Kind erzählte mir, dass sie den ganzen Tag mit ihren Feenstäben in der Kita herumgelaufen seien, jedes einzelne stolz zu den geladenen Gästen zu gehören.

Nachdem ich meinen Kolleginnen von all dem erzählt hatte, meinte eine Kollegin:

„Ja, dein Kind wird später wohl auch mal im Event Management arbeiten.“

Da mussten wir alle sehr lachen.

Was nun?

Ich bin kein Fan von guten Vorsätzen. Deshalb habe ich auch keine. Aber ich habe Ideen, was ich so in nächster Zeit tun möchte:

  • Viel Tee trinken. Tee ist so schön gemütlich und so vielfältig. Ich liebe Tee.
  • Mehr lesen und mit Dr. Mama Caro über Bücher plaudern.
  • Zwei mal die Woche zum Tuchyoga gehen. Mit Mo, wenn sie Zeit und Lust hat, ist es noch schöner.
  • Wieder über Haushalt schreiben und mit Tante Emma darüber plaudern.
  • Mehr Episoden aus meiner Kindheit aufschreiben. Über Musik, Freunde (EKFG), Essen, Feste, Fröhliches, Trauriges.
  • Über Wohnen und das Private und Öffentliche schreiben. Und wie man das Wohnen verändern könnte, damit es mehr Leuten gut tut. Und warum Haushalten so anstrengend ist und wie sich das entwickelt hat.
  • Nähen. Z.B. Upcycling von alten Klamotten, meine gekauften Stoffe vernähen zu schönen Schals, Mützen, Kleidern.
  • Für ein paar Menschen, die in meinem Leben wichtig sind, etwas besonderes machen.
  • Klarheit über ein paar wichtige Dinge erlangen.
  • Freundinnen und Freunde treffen.
  • Nach Kanada fliegen, wenn es finanziell geht.
  • Mehr schlafen.

Das Uiuiui Kind möchte:

  • Ins Westfalenbad gehen mit der Tante und dort die gleiche Nahrung essen, wie letztes Mal.
  • Den Geburtstag im Zoo feiern.
  • Reiten gehen.
  • Nochmal ins Westfalenbad.
  • Duschen.
  • Mit Oma und Opa ins Lago gehen.
  • In die Schule gehen.
  • Einen Hund bekommen.
  • Mit Oma und ihrem und unserem Hund spazieren gehen.
  • Den Geburtstag Zuhause feiern mit ganz viel Deko und mit Übernachtungsparty. Und tagsüber reiten gehen.
  • Tolle Geburtstagsgeschenke.
  • Kein Silvester feiern. Keine Böller werfen und auch nichts trinken.

Rückblick

Die Zeit vor Silvester ist die typische Zeit, um:

  1. Zurück zu blicken und sich die Höhepunkte des Jahres nochmal zu vergegenwärtigen
  2. Nach vorn zu blicken und sich Vorsätze zu machen

Ich werde beides hier auch ein wenig machen, um ein wenig Anpassung an kulturelle Gepflogenheiten zu demonstrieren. Heute blicke ich zurück.

Meine eigenen Lieblingstexte dieses Jahr

Von April bis Dezember in chronologischer Reihenfolge:

Einer der ersten Texte über Gefühlsmanagement war dieser Post über die Zeit zu zweit mit meinem Kind im Urlaub im April, der wunderschön und entspannt war. Es geht darum, warum uns kindliche Gefühlsausbrüche zuweilen nerven können, selbst wenn wir im Urlaub sind und ihnen entspannt entgegenblicken könnten. Und ich beschreibe, wie ich diese Gefühlsausbrüche mit meinem Kind gemeinsam bewältige. Ich lese den Text auch deshalb gern, weil ich mir so diese Zeit nochmal vor Augen führen kann, denn dieses Glück scheint mit all seinem Licht grade so weit weg zu sein.

Dann mag ich auch diesen – ebenfalls im Urlaub entstandenen Text über meinen Mangel an Erziehungszielen und an Lebenszielen ganz allgemein. Weil es mir die Möglichkeit gibt mich zu fragen, ob das so noch stimmt. Habe ich immer noch nur Ideen und keine Ziele? Ich weiß es nicht ganz sicher. Aber ich würde diesen Text bezogen auf die Lebensziele heute so nicht mehr schreiben. Bezogen auf die Erziehungsziele unterschreibe ich nach wie vor jedes Wort.

Einer meiner absoluten Lieblingstexte ist der über liebevolle Gesten. Immer wieder und wieder möchte ich ihn eigentlich posten, wenn mal wieder die Lieblosigkeit von Eltern beobachtet und beklagt wird, die man in der Öffentlichkeit gesehen hat und kaum bis gar nicht kennt. Oder wenn ich mich selbst dabei beobachte, wie ich andere Eltern verurteile, weil sie meine liebevollen Gesten nicht teilen. Ich möchte immer wieder daran erinnern, dass wir nur selten nah genug an Familien dran sind, um ihnen tatsächlich einen Mangel an liebevollen Gesten diagnostizieren zu können. Weil wir nicht wissen, welche liebevollen Gesten diese individuellen Kinder verstehen und sich wünschen. Weil wir die liebevollen Gesten der Eltern vielleicht nicht einmal wahrnehmen können.

Ich mag den Text über die Einfühlung, weil ich ihn so schön übersichtlich finde mit der Unterscheidung von Theory of Mind, Mitleid und Mitgefühl.

Der wohl erfolgreichste Text des Jahres war über den Besuch von Herrn Schmitt vom Eltern TÜV, durch den ich mit fliegenden Fahnen durchgerasselt bin. Ich finde den Text heute noch lustig und mag auch die weit weniger beachteten Teile 2 über den Sicherheitscheck unserer Wohnung und 3 über Lähbel aus der Eltern TÜV Reihe. Aber ich gebe gern zu, dass sie an die Qualität und Witzigkeit von Teil 1 nicht heranreichen, weshalb ich die Fortführung der Reihe auch aufgegeben habe.

Es gibt die für Mo gestartete Reihe über Intuition:

  1. Über Intuition als den Kern von Wissen bzw. Fähigkeite und die kulturellen Schichten, die sich darüber legen
  2. Über Intuition als Gegenstück zu Rationalität, im Sinne einer Entscheidungsfindung, die unbewusst wahrgenommene Informationen mit einbezieht.
  3. Über die Transferleistung zwischen physischer, biologischer und psychologischer Intuition.
  4. Im letzten Teil werden die Positionen von Mo, Gewünschtkind und mir durch dir Zusammenfassung eines Podcasts auf drei verschiedene Perspektiven und ihre wissenschaftlichen Entsprechungen, zusammengefasst.

Der Text in dem ich über Bindung als emotionale Arbeit und die gesellschaftlichen Umstände, die diese Arbeit in guter Qualität ermöglichen: Verbesserungen werden allenthalben von Eltern erwartet, Forderungen an die Gesellschaft sind deutlich seltener und kommen in der bindungsorientierten Beratschlagung oft zu kurz. Das löste übrigens eine Diskussion mit Katrin Ökohippie aus und deshalb schrieb ich noch einen zweiten Text über das Ausmaß der emotionalen Arbeit, die verschiedene Erziehungsstile eventuell auslösen.

Ich finde aber immer noch, dass diese Diskussion den zentralen Punkt meines Textes verkennt, was ich schade finde. Aber ich sehe ein, dass aus pragmatischer und ökonomischer Perspektive von Menschen, die in der individuellen Beratung arbeiten, eine gesellschaftliche Perspektive weniger sinnvoll erscheint. Es wird gern argumentiert, dass sie dem Individuum ja nichts nütze, aber das ist für mich ein Mangel an Transferfähigkeit, der bereits in der Ausbildung für Pädagogik, soziale Arbeit, etc. behoben werden müsste. Die Entwicklungspsychologie selbst leidet daran gar nicht in dem Ausmaß, wie ich befürchtet hatte. Aber ich habe am Institut, wo ich früher gearbeitet habe, selbst erleben können, was für Lücken im Studium von Sozialpädagogik und Sozialarbeit entstehen können und wie sie zustande kommen. Das führt aber jetzt zu weit vom Thema weg.

Ich habe dann zwei Texte geschrieben, in denen es eigentlich darum geht, wie schädlich harte Urteile für unser Zusammenleben sind. Im Text über nette Mütter geht es darum, dass manche Menschen nicht anerkennen möchten, dass ihre günstige Situation auch viel Glückssache ist und, dass sie – zum Schaden anderer – ihre eigenen Ängste wegblockieren. Der zweite Text plädiert für mehr Gnade, auch sich selbst gegenüber. Das Defizitmodell wollen wir nicht auf unsere Kinder anwenden? Dann können wir auch einen liebevollen Blick auf uns selbst üben.

Meine Schlaftipps für Kinder im Vor- und Grundschulalter habe ich zusammengefasst und diese werden sogar von einer Bestseller-Autorin empfohlen 😉 Ebenfalls gelobt wurde ich von besagter Autorin für diesen nerdigen Text, in dem ich darüber hypothetisiere, warum Kinder so gern das zerkaute Essen in ihrem Mund zeigen: Bäh!

Zuletzt möchte ich noch meinen kleinen Ausflug voller Spitzfindigkeit in die stressfreien Weihnachtsfeste aus meiner Kindheit aufzählen: Meine Tipps für ein stressfreies Weihnachtsfest mit zwei exquisiten Stress-Management-Typen zur Auswahl.

Morgen werde ich anlässlich des neuen Jahres mal nach vorn blicken.

Ich danke allen, die hier gelesen haben und die sich mit mir ausgetauscht haben.

Habt einen guten Rutsch!

Meine ultimativen Tipps für ein besinnliches Weihnachten ohne Stress

Immer wieder wird in den letzten Tagen die Frage gestellt, ob dieser ganze Stress zu Weihnachten sein muss. Und ich sage Euch: Es muss NICHT sein.

 Besinnlich lesender Weihnachtsengel am Tannenbaum hängend

Hier meine Tipps für ein besinnliches und entspanntes Weihnachten:

  1. Geschenke frühzeitig kaufen und verpacken. Wer beispielsweise, wie meine Oma mütterlicherseits, die Geschenke für alle bereits Anfang August gekauft und verpackt hat*, der erspart sich jede Menge Stress in vollen Läden oder mit überforderten Lieferdiensten. So einfach ist das.
  2. Haltet Eure Hütten doch einfach immer auf so einem Niveau, dass jederzeit die Queen spontan hereinschneien könnte und ihr völlig entspannt die Tür öffnen würdet, weil es bei Euch eben IMMER wie geleckt aussieht. So wie das bei meiner Oma war. Die musste vor Weihnachten NIE extra aufräumen oder putzen.
  3. Werdet niemals krank. Bei genügend Bewegung an der frischen Luft und einer ausgewogenen Mischkost, kann Euch eigentlich nichts passieren. Also meine Oma, die war bis zu ihrem Schlaganfall quasi IMMER gesund. Denkt mal darüber nach!
  4. Streit unterm Tannenbaum der liebenden Familie? Tja, kein Problem, überlegt Euch einfach ein so umfangreiches Weihnachtsmenü, dass Ihr vom 24.12. 6:00 Uhr bis 26.12. 18:00 Uhr ununterbrochen in der Küche steht und auch je Gang nur kurz zum Essen am Tisch bleibt, um Euch in aller Eile die Nahrung einzuverleiben. Der nächste Gang wartet schon in der Küche! Meine Oma bekochte am 25.12. die komplette Familie (18 Personen). Es gab klare Suppe als Vorspeise, als Hauptgang Pute mit frisch gekochtem Rotkohl, selbstgemachtem Apfelmus, selbstgemachten Hefeklößen, Blumenkohl, mehrere Saucen und als Nachtisch gab es Vanille- und Schokopudding. Zum Kaffee gab es selbstgemachte Schwarzwälderkirschtorte und Mokkacremetorte. Zum Abendbrot gab es Kartoffel- und Nudelsalat, Mini-Friladellen und -Schnitzelchen, sowie Käse-Trauben-Spieße. Am nächsten Tag muss alles wieder perfekt aufgeräumt und gesäubert werden, Ihr wisst schon, falls die Queen spontan vorbei kommt. Immerhin können dann Reste gegessen werden, so dass die Küche kalt bleibt. Das ist doch Entspannung pur und etwaige Streitigkeiten zwischen den Familienmitgliedern gehen komplett spurlos an Euch vorbei! Toll, nicht?
  5. Wenn Euch diese vier Tipps vom Typ her nicht so gelegen kommen, dann könnt Ihr es auch so machen wie mein Opa. Der hat an allen Weihnachtstagen immer schön ausgeschlafen und Fernsehen geschaut, keine Gäste da waren. Waren Gäste da, hat er einfach ununterbrochen selbst geredet. So kommt jedenfalls kein Streit auf. Beziehungsweise keiner, den er bemerkt hätte, denn er muss ja WÄHREND des Sprechens darüber nachdenken, was er als nächstes sagen wird. Das ist dann doch schon stressig! Kein Wunder, dass er am nächsten Tag bis nachmittags in den Federn lag. Seinen Kater musste er ja auch noch irgendwie loswerden.**

Also wägt gut ab, welcher Typ Euch lieber ist. Ich muss noch erwähnen, dass meine Oma zwei Jahre älter war, als mein Opa, aber ein dreiviertel Jahr später gestorben ist! Dieser Stress mit dem ganzen Reden hat am Ende wohl doch härter reingehauen in den Stoffwechsel.

Hiermit bin ich am Ende mit meinen Tipps für ein entspanntes und besinnliches Weihnachten. Füher war halt doch alles besser und die Leute haben sich nicht selbst so unter Druck gesetzt. Denn mit einem kleinen BISSCHEN mehr Planung, Disziplin und einer nicht so arg empfindlichen Grundeinstellung schafft auch Ihr das! Versprochen! Nehmt Euch ein Beispiel am Fleiss und Durchhaltevermögen meines Opas. Dann klappt das!

* Ihr wollt wissen, ob diese Geschenke auch gefallen haben? Dazu sage ich nur: Es hat sie nie jemand umgetauscht! Na?

** Selbstverständlich hat mein Opa niemals Geschenke besorgt, außer für seine Frau. Aber ehrlich Leute! Er hatte einen harten Job und saß als Gabelstaplerfahrer den ganzen Tag auf dem Arsch. Außer er ging sich zwischendurch einen Kaffee holen, in den seltenen Zeiten, in denen er nicht gebraucht wurde. Etwa in der zweiten oder dritten Frühstückspause. Echt! Denkt doch mal mit! Da hatte der doch nach Feierabend um 16 Uhr keine Zeit, um noch Geschenke zu holen! Außerdem interessierten ihn andere Menschen nicht. Das ist auch völlig nachvollziehbar. Schließlich war er bei WEITEM der interessanteste Mensch, den er kannte. Und meine Oma hatte ja nen eher lauen Tag, mit Haushalt, Wäsche, Kochen für 7 Personen und dem ~1000 qm großen Nutzgarten, den sie bewirtschaftete. Da hatte sie selbstverständlich mehr als genug Zeit ihre Schwiegertöchter kirre zu machen, damit die für sie Geschenke für alle kaufen. Seht Ihr? Geht doch! Man muss auch mal deligieren können.

Mehr über meine Oma väterlicherseits erfahrt Ihr über das Schlagwort „Oma„.

Ich wünsche Euch allen wunderbare Tage zum Jahresende und Wintersonnenwechsel, was auch immer Ihr in diesen letzten Tagen des aufregenden Jahres 2017 tut: Ihr seid großartig, einzigartig und wunderbar.

Liebste und ausnahmsweise ganz besonders besinnliche Grüße

Eure Esther Uiuiui

#klangstrecke Schlafen

Ich habe – aus Gründen – sehr viele Podcasts über das Schlafen und alles damit Zusammenhängende gehört.

Und da dachte ich: Das könnte ich doch hier mal sammeln.

Update 03.01.2018: Da es zu dem Thema immer wieder neue Podcasts gibt, habe ich beschlossen hier thematisch besser zu sortieren, damit auf Dauer ein sinnvoller Überblick gewährleistet wird.

1) Naturwissenschaft vom Schlaf

Einen richtig guten Überblick über die Schlafforschung und ihre verschiedenen Empfehlungen bietet dieses WDR Zeitzeichen vom 26.12.2017. Titelgebend ist der Schlafforscher Ernst Kohlschütter, der am 26.12.1837 geboren wurde und den man für unseren Kulturraum als den ersten Schlafforscher bezeichnen kann. Es wird aber recht wenig über ihn berichtet, dafür gibt es viele verschiedene Infos zu den verschiedenen Bereichen der eher naturwissenschaftlich orientierten Schlafforschung mit vielen Tipps, z.B. wie man Albträume lindern kann, was der von Kohlschütter bereits entdeckte Ammenschlaf bedeutet und viel mehr. Eine kurzweilige Sendung mit vielen interessanten Tipps und Informationen. (Hinzugefügt am 03.01.2018)

Ernst Kohlschütter, Schlafforscher

Hier noch ein guter Überblick von br2 radionwissen zum Thema Schlafen, es wird aus etlichen Disziplinen etwas rausgepickt: Medizin, Neurologie, Kulturgeschichte, Psychologie… Ich muss sagen, dass die Informationen nicht ganz widerspruchsfrei zu anderen Podcasts sind. Grade was hier zur Bedeutung vom REM Schlaf gesagt wird: Da habe ich in anderen Sendungen zum Schlaf schon Forscher gehört und gesehen, die an diesem Paradigma sehr zweifeln. ABER warum ich ihn hier trotzdem unbedingt aufführen möchte, ist weil dort erklärt wird, wie wichtig der Schlaf für die Gesundheit und das Immunsystem ist. Grade die Vertreter*innen vom selbstbestimmten Kinderschlaf fragen mich immer, warum ich das Kind nicht einfach machen lasse und abwarte, ob sich der Schlaf selbst einpendelt. Sie reagieren zuweilen latent ungläubig, wenn ich entgegne, dass das Kind sehr schnell krank wird, wenn es mehrere Tage hintereinander zu wenig schläft. Und ich finde dieser Podcast verdeutlicht besser, als jeder andere, wie immens wichtig genügend Schlaf für unsere körperliche Gesundheit und emotionale Ausgeglichenheit ist. Und nach dem Hören dieses Podcasts ist hoffentlich klar: Wenn Kinder (und auch Erwachsene) nicht genügend Schlaf bekommen, dann sind sie deutlich anfälliger für Infektionen und es ist so stimmungsmäßig nicht gut Kirschen mit ihnen zu essen. Mein Ringen um den guten Kinderschlaf, der jetzt bereits fast 5 Jahre andauert, ist also absolut keine sinnlose Hysterie. (Hinzugefügt am 03.01.2018)

Der Schlaf – Unentbehrlich für Körper und Geist

Das Thema Schlaf der Tiere bietet einen eher biologischen Blick auf das Thema wozu es Schlaf überhaupt gibt und dazu auch einen kleinen Einblick in die verschiedenen Gehirnwellen, die im Schlaf messbar sind und wie diese interpretiert werden:

Der Schlaf der Tiere

Einen kleinen Einblick in die Forschungen in Schlaflabors findet sich in diesem br2 radiowissen Podcast, der jedoch schon fünf Jahre alt ist. (Hinzugefügt am 7.1.2018)

Schlafen für die Wissenschaft – Was geschieht im Schlaflabor?

2) Kulturgeschichte des Schlafs

Betten

Beginnen wir mit einem relativ neuen Podcast, den ich äußerst ausfschlussreich finde, denn er behandelt die Kulturgeschichte des Bettes. Meiner Einsicht nach zeigt er sehr gut auf, dass das Bett eine soziale Errungenschaft ist, was ein Teil der Erklärung sein kann, warum wir in unserer Kultur gern möchten, dass unsere Kinder in ihrem Bett in ihrem Zimmer schlafen. Denn es ist alles andere als selbstverständlich, dass es für jeden das eigene Bett und das eigene Zimmer gibt. Und die Vergangenheit hielt für uns Europäer schon eine Menge Plagen bereit was die Schlaffstatt angeht.

SWR2 Wissen:

Bettgeschichte – vom Strohsack zur IT Matratze

Schlafen

Passend dazu direkt die Kulturgeschichte des Schlafes, eine weitere Folge von SWR2 Wissen, die uns noch klarer machen kann, dass unsere Vorstellungen vom optimalen Schlaf Ergebnis einer spezifischen Entwicklung sind, in der die Industrialisierung eine bedeutende Rolle spielt.

Gute Nacht!: Kulturgeschichte des Schlafens

Schlafmusik

Der erste Teil der Reihe Drifting Away¹ behandelt Schlafmusik und meiner Meinung nach ist es die beste Folge. Sie ist informativ und gut gemacht und sie hat mir definitiv neue Impulse gegeben für unser Schlafproblem, denn es könnte ja sein, dass ich Klänge findem kann, mit denen das Kind besser zur Ruhe findet. In diesem Podcast werden sehr viele Möglichkeiten vorgestellt und allein was sie über die Geschichte des Wiegenlieds sagen, ist schon hochinteressant.

Schlaf und Traum in der Musik

Schlaflosigkeit

Der fünfte und letzte Teil der Reihe Drifting Away¹ widmet sich der Schlaflosigkeit und auch dieser Teil ist fast genauso gut, wie der erste Teil der Reihe. Es gibt Tipps, historische Anekdoten und Auszüge aus der Literatur. Schön gemacht, hilfreich, habe ich gern gehört.

Eine kleine Kulturgeschichte der Schlaflosigkeit

3) Träume

Albträume

Der vierte Teil der Reihe Drifting Away¹ behandelt das Thema Albtraum und die Inhalte sind in eine Rahmenhandlung eingebunden, die ich ok finde, aber man kanm es auch nervig finden. Aber ich habe sehr viel über Albträume erfahren und muss noch überlegen, wie mir dieses Wissen weiterhelfen kann. Ich muss aber auch warnen, denn der Podcast ist stellenweise auch gruselig, wie man sich unschwer denken kann.

Auf den Spuren des Albtraums

Klarträume

Eine super Einführung in das Thema der Klarträume bietet dieser Podcast von SWR2 Wissen, denn es kommen renommierte Forscher*innen zu Wort und das Phänomen wird so erklärt, dass man nicht umhin kommt zu erkennen, wie schwer es zu erforschen ist. Aber wer noch nie etwas über Klarträume gehört hat, bekommt dennoch einen guten Eindruck davon, worum es dabei geht und was die spezielle Faszination dieser Träume ausmacht. (Hinzugefügt am 03.01.2018)

Klarträume – Lernen im Schlaf

Der dritte Teil der Reihe Drifting Away¹ beschäftigt sich mit dem Klarträumen. Inhaltlich ist die Folge interessant, leider finde ich sie ist sooo nervig gemacht, das hat mir den Hörgenuss echt madig gemacht. Aber ständig wird vorgelesen, was bei Google gesucht oder gefunden wird, angereichert mit Tippgeräuschen, das bringt mir echt gar nichts. Da hätte ich dann lieber mehr Minuten von den Interviews gehabt. Dennoch: Wen luzide Träume bzw. Klarträume interessieren, die Inhalte sind interessant.

Die Oneironauten – Mit Traumreisenden durch die Nacht

Tagträume

Ich habe erst gezweifelt, ob die Tagträume hier in der #klangstrecke zum Thema Schlafen richtig aufgehoben sind, denn wir schlafen nicht, wenn wir tagträumen. Aber zum Thema träumen passt es schon sehr gut und ich finde in diesem Podcast von br2 radiowissen werden die verschiedenen Zustände von Aufmerksamkeit, die ich hier schon mal behandelt habe, auf eine interessante Weise aufgearbeitet. Ich finde es auch sehr sehr interessant, was sie dort über ADS im Unterschied zu ADHS sagen, es inspiriert mich sehr mir weitere Gedanken über das Thema Aufmerksamkeit und Konzentration zu machen. (Hinzugefügt am 03.01.2018)

Tagträumen – Unser Spiel mit der Wirklichkeit

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Meine #klangstrecke zum Thema Schlafen wird regelmäßig ergänzt. Letztes Update am 03.01.2018.

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¹ Aus der Reihe „Drifting Away – Von Schlaf und Traum“ vom Deutschlandfunk „Feature“ . Dem Link folgend auf der Homepage findet Ihr die Manuskripte, falls Ihr lieber lesen wollt. Der zweite Teil dieser Reihe, „Die Kunst des Schlafens – Von hellen und dunklen NächtenDie Kunst des Schlafens – Von hellen und dunklen Nächten“ findet Ihr als Manuskript über den Link.